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natürlich.ruhig.besonders

Lieber konkret als große Versprechen

Nachhaltigkeit ist ein großes Wort. Wir möchten es nicht einfach als Etikett verwenden.

Deshalb erzählen wir lieber, was wir im Hofgut tatsächlich tun, woher viele unserer Lebensmittel kommen und wer die Menschen dahinter sind.

Vieles davon ist nicht neu. Manche unserer Lieferanten begleiten uns seit mehr als zwanzig Jahren. Aus geschäftlichen Beziehungen sind Freundschaften entstanden. Andere Produkte entstehen direkt bei uns.

Für uns gehören Herkunft, Qualität, Handwerk und persönliche Beziehungen zusammen.

Was direkt bei uns wächst

Rund um das Hofgut gibt es nicht nur Wiesen und Gärten.

Kräuter, Beeren und Gemüse wachsen in unserem eigenen Garten und finden ihren Weg in unsere Küche. Auf dem Gelände leben unsere Hühner, und Honig bekommen wir von unseren eigenen Bienen sowie von unserem Nachbarn Alfons Knott.

Wenn die Eier unserer Hühner nicht ausreichen, ergänzen wir sie mit Eiern von Erzeugern aus der Region.

Unser eigenes Obst geben wir zum Teil weiter an Andreas Franzl von der Hofbrennerei Oberkorb bei Dorfen. Besonders unsere Quitten verwandelt er für uns mit seinem Brennhandwerk in Destillate.

So wird aus etwas, das bei uns wächst, an anderer Stelle mit viel Können etwas Neues.

Aus der Region – und von Menschen, die wir kennen

Nicht alles können und wollen wir selbst erzeugen.

Obst und Gemüse beziehen wir unter anderem von Früchte Eder in Tutting bei Kirchham und von Con-Öko in Bad Griesbach. Was gerade Saison hat und bei uns selbst wächst, ergänzt das Angebot aus unserem Garten.

Unser Lamm kommt vom Gutshof Polting in Postmünster, wo die Lämmer am Hof aufwachsen und auch dort verarbeitet werden.

Rindfleisch beziehen wir von den Garnecker Galloways in Taubenbach.

Eine besondere Rarität wächst nur wenige Kilometer vom Hofgut entfernt: Auf der Orangerie Le Truffe von Manfred Obermayer in Tutting bei Kirchham werden Trüffel kultiviert. Auf rund zwei Hektar stehen dort etwa 1.300 Trüffelbäume.

Dass eine solche Spezialität nicht aus Frankreich oder Italien zu uns reisen muss, sondern praktisch aus unserer Nachbarschaft kommt, begeistert uns bis heute.

Aber nicht alles muss aus der Region kommen

Regionalität ist für uns kein Selbstzweck.

Oliven wachsen nun einmal nicht im Rottal, Kaffee auch nicht und manche Weine erzählen gerade deshalb ihre Geschichte, weil sie aus einer ganz bestimmten Landschaft stammen.

Unser Olivenöl und unsere Kräuterliköre bekommen wir von unserem Freund Enzo aus Sizilien.

Hier ist für uns nicht die kürzeste Entfernung entscheidend, sondern die Verbindung zu einem Menschen, einem Produkt und seiner Herkunft.

Wir möchten wissen, was wir einkaufen, warum wir es verwenden und – wo immer es möglich ist – von wem es kommt.

Kaffee, der erst in Niederbayern fertig wird

Kaffee wächst weit entfernt von Bad Birnbach.

Geröstet wird unser Kaffee dagegen ganz in der Nähe: bei Coffea Manufactum in Niederbayern von Elke. Dort werden ausgewählte Bohnen von Hand im Trommelröster geröstet.

Als Barista und Ausbilder ist Kaffee für Erwin seit vielen Jahren weit mehr als ein Getränk. Herkunft, Röstung und Zubereitung müssen zusammenpassen, damit am Ende eine gute Tasse Kaffee entsteht.

Unser eigenes Einhorn-Bier

Manches entsteht sogar innerhalb der Familie.

Unsere Tochter Natascha und unser Schwiegersohn Jürgen Söllner brauen unser eigenes Einhorn-Bier.

Auch das gehört für uns zum Hofgut: Dinge nicht einfach nur einzukaufen, sondern selbst auszuprobieren, weiterzuentwickeln und etwas Eigenes daraus zu machen.

Wein verbindet Menschen

Eine besonders lange Verbindung haben wir zur Cantina Endrizzi im Trentino.

Viele unserer italienischen Weine kommen von dort – aus dem Trentino und aus der Toskana.

Mit Christine und Paolo verbindet uns inzwischen eine langjährige Freundschaft. Heute führt mit Lisa Maria und Daniele bereits die nächste Generation diese Geschichte weiter.

So wie sich ein Familienbetrieb verändert, ohne seine Wurzeln zu verlieren, erleben wir es auch bei unseren langjährigen Partnern.

Und manchmal entstehen neue Beziehungen.

Mit Laura ist das fränkische Weingut Brennfleck aus Sulzfeld am Main neu ins Hofgut gekommen – ein Familienweingut mit einer Geschichte, die bis ins Jahr 1591 zurückreicht.

Unsere Weinkarte soll deshalb nicht einfach möglichst groß sein. Wir möchten Weine aussuchen, hinter denen Menschen, Landschaften und Geschichten stehen, die wir gerne mit unseren Gästen teilen.

Kochen mit einer Verpflichtung

Erwin Rückerl ist Mitglied bei Euro-Toques Deutschland.

Mit dieser Mitgliedschaft ist der Ehrenkodex von Euro-Toques verbunden. Dazu gehören unter anderem frische und vor Ort verarbeitete Produkte, die Orientierung an den Jahreszeiten, die Vielfalt europäischer Kochtraditionen, nachvollziehbare Herkunft und vor allem die Wahrheit auf der Speisekarte.

Das passt zu dem, was unsere Küche sein soll:

ehrlich, saisonal, handwerklich und ohne unnötige Inszenierung.

Mediterran und italienisch geprägt, aber immer mit Blick darauf, was unsere Region hervorbringt.

Frühstück statt Buffet

Auch beim Frühstück gehen wir unseren eigenen Weg.

Unsere Hausgäste bekommen ihr Frühstück direkt ins Häusle gebracht. Kein großes Buffet, das jeden Morgen vollständig aufgebaut werden muss, sondern ein Frühstück, das für unsere Gäste vorbereitet und zu ihnen gebracht wird.

Wir können dadurch individueller auf Wünsche eingehen und Lebensmittel gezielter vorbereiten.

Lebensmittel sind zu wertvoll für große Worte

Wir versuchen, Lebensmittel so vollständig und sinnvoll wie möglich zu verarbeiten und Überproduktion zu vermeiden.

Dabei geht es nicht darum zu behaupten, dass bei uns niemals etwas übrig bleibt. Das wäre nicht ehrlich.

Unser Anspruch ist vielmehr, aufmerksam einzukaufen, gut zu planen, Produkte wertzuschätzen und aus guten Lebensmitteln möglichst viel zu machen.

Das ist für uns eine Aufgabe, die jeden Tag von Neuem beginnt.

Häuser, die Teil der Landschaft werden

Das Hofgut ist über viele Jahre gewachsen.

Unsere Häuser sollen nicht möglichst laut auf sich aufmerksam machen, sondern ihren Platz in der Landschaft finden. Holz, Stein, Glas und andere ausgewählte Materialien prägen die Architektur.

Viele Dinge dürfen altern, Patina bekommen und mit der Umgebung ihren eigenen Charakter entwickeln.

Natur ist bei uns deshalb keine Dekoration vor dem Fenster. Sie ist Teil des Hofguts.

Eigener Strom und elektrische Mobilität

Auf dem Hofgut erzeugen wir mit unseren Photovoltaikanlagen einen Teil unseres Stroms selbst.

Für Gäste stehen Lademöglichkeiten für Elektroautos und E-Bikes zur Verfügung.

Auch hier möchten wir keine größeren Versprechen machen, als wir halten können. Eine Photovoltaikanlage macht einen Hotelbetrieb nicht automatisch nachhaltig.

Sie ist für uns vielmehr einer von vielen konkreten Bausteinen, mit Energie anders umzugehen.

Weniger Papier, wo es sinnvoll ist

Auch hinter den Kulissen verändert sich das Hofgut.

Digitale Abläufe ersetzen an vielen Stellen Ausdrucke, Formulare und Zettel. Nicht weil alles digital sein muss, sondern weil wir dort vereinfachen möchten, wo Papier keinen zusätzlichen Nutzen bringt.

Persönlicher Kontakt soll dadurch nicht verschwinden.

Im Gegenteil: Technik soll uns Arbeit abnehmen, damit mehr Zeit für das bleibt, was ein Hofgut ausmacht – unsere Gäste.

Viele kleine Entscheidungen

Wir werden nicht behaupten, dass bei uns alles perfekt ist.

Auch wir kaufen Produkte ein, verbrauchen Energie, heizen Gebäude und müssen Entscheidungen treffen, bei denen es nicht immer eine perfekte Lösung gibt.

Aber wir können entscheiden, genauer hinzusehen.

Was wächst bei uns selbst?
Was bekommen wir aus unserer Umgebung?
Welche Menschen kennen wir hinter unseren Produkten?
Was können wir länger nutzen?
Was können wir besser planen?
Und was können wir morgen ein wenig besser machen als heute?

Vielleicht ist genau das unsere Form, mit diesem Ort umzugehen.

Keine großen Versprechen. Viele konkrete Entscheidungen. Jeden Tag.

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